Horst Frank

© Die Hörspielkönigin und vieles mehr

Lebenslauf

1929Geboren in Lübeck
1947 – 1949Schauspielausbildung Musikhochschule Hamburg
1950Erstes Bühnenarrangement
1953Erstes Radiohörspiel „Sie klopfen noch immer“
1957Filmdebüt „Der Stern von Afrika“
60er JahreLebte in Tanganjika (Tansania) auf seiner Farm
1979Heirat mit Brigitte Kollecker
19791. Schallplatte „Meine Zeit mit dir“
1981Veröffentlichung seiner Memoiren “Leben heißt Leben”
1989Musikalbum “Lampenfieber”
1999Gestorben in Heidelberg

ZITAT
„Ich durfte nie für Deutschland küssen, ich musste immer nur morden.“

KINDHEIT
Horst Bernhard Wilhelm Frank erblickte am 28.5.1929 in Lübeck das Licht der Welt. Aufgewachsen ist er aber in Hamburg. Sein Vater war Porzellanmaler. Nach der Scheidung seiner Eltern lebte Horst Frank bei seiner Mutter.

BERUFLICHER WERDEGANG
Nach der Realschule machte er eine kaufmännische Lehre in einem Im-und Exportgeschäft. Die musste er allerdings unterbrechen, weil er gegen Ende des Zweiten Weltkriegs zum Militärdienst eingezogen wurde.

Als 20-Jähriger besuchte Horst Frank eine Vorstellung von Will Quadflieg, in der Gedichte rezitiert wurden. Nach der Vorstellung dachte Frank: „Das kannst du auch! Die Idee Schauspieler zu werden, war somit geweckt. So kam es, dass er 1947 beim Vorsprechen an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg landete. Dort sprach er für die Rollen Mephisto, Faust und Gretchen gleichzeitig vor, indem er zwischen den Rollen immer hin- und hergewechselte. Er konnte damit überzeugen und wurde angenommen.

Die Abschlussprüfung hat er dann aber erst beim zweiten Versuch im Jahr 1951 bestanden. Beim ersten Versuch fiel er aber nicht durch, sondern wurde zurückgestellt, wie er mal sagte. Interessanterweise scheint ein Grund dafür gewesen zu sein, dass die Prüfer seine Stimme nicht mochten! Dies ist aus heutiger Sicht schwer vorstellbar, denn es war letztlich gerade seine charakteristische kehlige, rauchige Stimme, die ihn so bekannt und beliebt gemacht hat. Der Erfolg spricht für sich. In seiner Karriere hat Horst Frank in über 500 Fernseh- und Kinoproduktionen mitgewirkt.

PRIVATES
Horst Frank hat in den 60ern für einige Jahre auf seiner eigenen Farm in Afrika gelebt, genauer gesagt in Tanganjika, dem heutigen Tansania. Der genaue Ort liegt zwischen Arusha und Moshi, also südlich vom Kilimandscharo. Er betrieb dort eine eigene Kaffeeplantage und trug außerdem zum Ausbau der lokalen Infrastruktur bei, indem er das lokale Krankenhaus unterstützte und sogar eine Schule und Straßen bauen ließ.

Er hätte gerne länger in Afrika gelebt, aber das Land war gerade im politischen Umbruch und für Weiße war es einfach nicht mehr sicher. Deshalb kehrte er wieder nach Deutschland zurück. Als Grund für seine Entscheidung dort zu leben sagte Frank einmal: „In Afrika habe ich mich selbst auf die Probe gestellt. Ich habe ergründet, ob ich noch zu etwas anderem tauge.“

Insgesamt war Horst Frank vier Mal verheiratet. 1979 heiratet er die Schauspielerin Brigitte Kollecker, mit der er dann eine Tochter hatte. Aus erster Ehe hat er noch einen Sohn.

Im Jahr 1973 wurde er Ehrenbürger der französischen Stadt Cognac. Da er viel in Frankreich drehte, ist den Stadtvätern vielleicht in Erinnerung geblieben. Es lag aber nicht an seinem Alkoholkonsum, dass ihm diese Ehre zuteilgeworden ist, wie Frank betonte. In der Zeit wurden mehrere Ehrenbürgerschaften verliehen und da hat es ihn dann, laut eigener Aussage, „auch erwischt“. Zum Timbre seiner Stimme hat auch nicht unbedingt der Cognac beigetragen. Dazu sagte er mal so schön „Ich habe nichts gegen Cognac, aber das war Whisky!“

AUSWAHL AN PROJEKTEN UND PRODUKTIONEN
Horst Frank blieb allerdings nicht lange auf der Bühne, denn es zog ihn ins Filmgeschäft, da er viel Geld verdienen wollte. Das erste Fernsehspiel, in dem er mitgewirkt hat, war „Die Geschichte vom Soldaten“. Aufzeichnungen gibt es davon aber leider nicht, da die ersten Fernsehspiele nämlich nur gesendet, aber nicht archiviert wurden. Sein beruflicher Durchbruch gelang ihm 1957 mit seinem Kinodebüt „Der Stern von Afrika“, zusammen mit Größen wie Joachim Hansen und Hansjörg Felmy. Zu Beginn seiner Karriere hatte Horst Frank noch eher melancholische Charaktere verkörpert. In den 60ern wurde er dann auf die Rolle des Bösewichts festgelegt und war fast nur noch als Fiesling zu sehen. Darüber sagte er einmal: „Ich musste 46 Jahre für Deutschland morden, daraus kann jeder ersehen, dass dies für mich nur ein Job ist, um Geld zu verdienen.”

Kurzzeitig verschlug es Frank sogar nach Hollywood. Das war für ihn aber nichts. Er meinte, dass „die eigene Sprache von ungeheurer Wichtigkeit ist“, eine andere Sprache könne nie die eigene werden. Trotzdem lebte er mehrere Jahre in Italien und Frankreich.

Weitere bekannte Filme, in denen er mitwirkte, sind z. B. „Haie und kleine Fische“ und „Das Mädchen Rosemarie“. Sehr bekannt wurde er auch durch die Serien „Timm Thaler“ und „Mandara“ aus der Weihnachtsserie des ZDF. Später gab es diese auch als Hörspiel. Bei „Timm Thaler“ spielte er den teuflischen Baron de Lefouet, der Tim durch einen hinterhältigen Pakt sein Lachen abkauft.

Aufgrund seiner markanten Stimme sprach Horst Frank 1953 sein erstes Hörspiel „Sie klopfen noch immer“. Ab den 80er Jahren war er dann vermehrt in Hörspielen zu hören. Unvergessen ist er natürlich als Hauptkommissar Reynolds in der Hörspielserie „Die drei Fragezeichen“. Bis 1985 lieh er ihm immerhin 36 Folgen lang seine Stimme. Weil Frank für andere Produktionen beruflich stark eingebunden war und viel auf Tournee ging, haben dann zuerst Günter Flesch (in Folge 40) und dann Wolfgang Draeger (ab Folge 43) die Rolle übernommen. Außerdem kennt man ihn als Kapitän Nemo in der Europafassung von „20.000 Meilen unter dem Meer“.

In der Neon Gruselserie von Europa verkörperte er zusammen mit seiner Ehefrau Brigitte Kollecker als zankendes Journalisten-Pärchen Tom Fawley und Eireen Fox. Zu hören sind die beiden bei „Dracula und Frankenstein, die Blutfürsten“, „Das Duell mit dem Vampir“ und „Nessie – Das Ungeheuer von Loch Ness“. Auch bei in den Edgar Wallace-Hörspielen „Der Engel des Schreckens“ und „Der Joker“ haben beide zusammen gespielt. In der Serie „Larry Brent“ spricht er Prof. Torrens in der „Irrfahrt der Skelette“. Bei „Macabros“ gab Frank zwei Mal den Bösewicht und bei „Dämonenkiller“ war er der Erzähler.

Seine Stimme wurde aber auch durch diverse Charaktere bekannt, die er als Synchronschauspieler verkörperte. Zudem war Horst Frank auch im Musikgeschäft und als Autor tätig. So hat er z. B. 1979 seine 1. Single „Meine Zeit mit dir“ herausgebracht. Und 1981 veröffentlichte er seine Memoiren unter dem Titel „Leben heißt Leben“.

Ende der 80er Jahre ist sein Gedichtband namens „Wenn ich im Spiegel mich beschau“ erschienen, in dem auch Chansons enthalten sind. Im gleichen Jahr hat er einige der Gedichte aus dem Band für sein Musikalbum „Lampenfieber“ eingesprochen. “Man kann mich jetzt hassen, verdammen. Mit Fingern zeigen auf mich. Die Faust in den Magen mir rammen. Nur vergessen, das kann man mich nicht.” Diese Zeilen kennt vielleicht noch der ein oder andere von euch. Sie stammen aus dem Couplet „Geboren in Liebe?“ vom Album Lampenfieber.

Horst Frank starb am 25.5.1999 in Heidelberg im Alter von 69 Jahren an Herzversagen. Seine letzte Ruhe fand er in Hamburg, der Stadt, der er sich immer sehr verbunden fühlte.

AUFNAHME IN DIE HALL OF FAME
Mit ihm haben wir einen großen Charakterdarsteller und eine unverkennbare Stimme verloren.

Er hat die Hörspielwelt in ganz besonderer Weise geprägt und deswegen nehmen wir Horst Frank in die Hall of Fame auf!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.