Prof. Dr. Andreas Erich Beurmann

Dr. Andreas E. Beurmann

© Heikedine Körting-Beurmann

Lebenslauf

1928Geboren in Zoppot
1953Studium der Musikwissenschaft/Physik an der Uni Köln u. Göttingen
1961Mitbegründer der Miller International Schallplatten GmbH
1965Gründung des Hörspiellabel EUROPA
1978Lehrbeauftragter an der Uni Hamburg
1979Heirat mit Heikedine Körting
1979Spricht erstmals Onkel Titus von den Drei ???
1989Ernennung zum Professor
2000Aufgabe seiner Lehrtätigkeit
2016Gestorben in Hasselburg

ZITAT
„Ich hatte immer Freude und Spaß an meinen Tätigkeiten, das kann man ganz klar sagen. Mir ist es immer gut gegangen. Mein ganzes Leben war ein Glücksfall.“

KINDHEIT
Andreas Erich Beurmann wurde am 12.02.1928 in der Nähe von Danzig in Zoppot geboren. Schon als Kind galt sein Interesse der Musik, seine Mutter war Konzertsängerin. Im Alter von sieben Jahren hatte er bereits Klavier- und Violinenunterricht. Daraus hat sich eine große Leidenschaft entwickelt.

BERUFLICHER WERDEGANG
Prof. Beurmann studierte an den Unis Köln und Göttingen Musikwissenschaft und Physik. 1953 promovierte er mit der Dissertation „Die Klaviersonaten Carl Philipp Emanuel Bachs“ zum Dr.phil. Nach seinem Studium ging er 1978 als Lehrbeauftragter an die Universität Hamburg. Durch seine umfangreiche freiwillige und unentgeltliche Lehrtätigkeit wurde er vom Akademischen Senat der Universität Hamburg 1989 zum Professor ernannt. Im Jahr 2000 gab er seine Lehrtätigkeit auf und widmete sich ganz der Restauration seiner Sammlung historischer Tasteninstrumente.

PRIVATES
Die Liebe zu Tasteninstrumenten hat Prof. Beurmann schon in seiner Kindheit entwickelt. Das erste Cembalo erwarb er dann im Jahr 1953, das war ein italienisches Cembalo von 1579.

Andreas Beurmann ist als Kind öfter in Museen gewesen. Dabei versuchte er einmal, auf den dortigen Tasteninstrumenten zu spielen, dies wurde ihm aber verboten. Da dachte er: „Wartet nur ab, wenn ich später mal groß bin, dann habe ich nicht nur eins, sondern ganz viele!“ Und das hat er geschafft, er besaß tatsächlich die größte private Sammlung historischer Tasteninstrumente weltweit!

Zu seiner Sammlung zählten wertvolle Instrumente wie Cembali, Virginale, Spinette und Klavichorde. Darunter befanden sich z. B. das älteste spanische Cembalo (von 1644), das älteste portugiesische Cembalo (von 1650) und das älteste Französische (von 1630). Zum Teil hat er sie selbst restauriert und mit viel Hingabe gepflegt. Im Jahr 2000 haben Prof. Beurmann und seine Frau Heikedine Körting einen Großteil der Sammlung dem Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg gestiftet. Sein Credo war: „Instrumente müssen aber klingen, das ist ihr Zweck und ihr Zauber“. Ausgewählte Musikstudenten dürfen drauf spielen.

1977 pachtete Andreas Beurmann dann Teile von Gut Hasselburg in Ostholstein: das Herrenhaus, die Nordscheune und den Park. Und er ließ die Gebäude alle aufwendig wieder instand setzen. Ein Großteil des Gutes gehört inzwischen einer Kulturstiftung. Dort werden z. B. Konzerte veranstaltet; auch die Lauscher Lounge mehrmals pro Jahr dort zu Gast. 1979 heiratete er dann Heikedine Körting. Kennengelernt haben sich die beiden übrigens bei einem Faschingsfest, dem Nienstätter Reitermarkt. Er war sofort von ihr begeistert und hat sie auch gleich – nach eigenen Worten – angebaggert!

AUSWAHL AN PROJEKTEN UND PRODUKTIONEN
Anfang der 50er Jahre arbeitete Andreas Beurmann für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Hamburg als Tonmeister. Dort lernte er den amerikanischen Unternehmer David L. Miller kennen. 1961 gründeten die beiden zusammen mit Wilhelm Wille in Hamburg die „Miller International Schallplatten GmbH“. Daraus ist dann fünf Jahre später, also 1966, das uns allseits bekannte Hörspiellabel „Europa“ entstanden. Herr Prof. Beurmann war in seinem Herzen Europäer, träumte von einem politisch geeinten Europa. Den Namen des Labels wählte er daher in Anlehnung an den europäischen Vereinigungsprozess.

Die ersten Titel, die produziert wurden, waren „der Struwwelpeter & Max und Moritz“, „Grimms Märchen“ und „die Einführung in die Welt der Musik“. Erinnert sei an die Umsetzung der Werke von Karl May, und natürlich auch an „Hui Buh“, „Hanni und Nanni“, die „Fünf Freunde“, „Die Drei ???“ oder die „TKKG“- Hörspiele. Alle Hörspiele aufzuführen, würde wohl den Rahmen sprengen, denn mittlerweile hat Europa über 35 Serien und weit mehr als 2000 Hörspiele produziert!

Die Musik hat für Prof. Beurmann immer eine große Rolle gespielt. Daher war es ihm auch wichtig, dass die Hörspiele nicht nur unterhaltsam sein, sondern auch einen didaktischen Charakter haben sollten. Durch das Einspielen von klassischer Musik sollten Kinder an diese herangeführt und evtl. dazu angeregt werden, selber Musik zu machen.

Ursprünglich wollte Prof. Beurmann die Hörspiele nur in Mono-Qualität produzieren, weil er der Meinung war, Kinder bräuchten Hörspiele nicht in Stereo. Doch Heikedine Körting überzeugte ihn, dass Stereo die bessere Wahl sei.

Bis Anfang des Jahres 2000 ist Prof. Beurmann künstlerischer Leiter und Programmchef aller EUROPA-Produktionen geblieben.

AUSWAHL AN PROJEKTEN UND PRODUKTIONEN
Prof. Beurmann war zudem auch als Autor tätig, verfasste Werke über klassische Tasteninstrumente und veröffentlichte zahlreiche Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht. Eines der Bücher ist „die Hörspielkönigin und vieles mehr“. Es erschien 2011 im Georg Olms Verlag. Es gibt einen Blick hinter die Kulissen der Produktionen von Europa, tolle Interviews, Fotos und natürlich einen Einblick in das Leben und Wirken von Andreas Beurmann und Heikedine Körting.

Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit hat Prof. Beurmann auch als Sprecher in einigen Hörspielen mitgewirkt. Und so war er 1979 das erste Mal in seiner wohl bekanntesten Rolle als Onkel Titus bei „Die Drei ???“ zu hören. Auch in anderen Europa-Produktionen hat er mitgewirkt, z. B. in der“ Neon-Grusel-Serie“, bei „TKKG“, die „fünf Freunde“, oder „Die Hexe Schrumpeldei“. Oftmals wurde er bei den Produktionen unter Pseudonymen aufgeführt. Bei Hörspielen war das „Hans Meinhard“; seine Hörspielmusik komponierte er unter den Pseudonymen „Phil Moss“ und „Bert Brac“.

Am 24.4.2016 verstarb Herr Prof. Beurmann im Alter von 88 Jahren in Hasselburg.

AUFNAHME IN DIE HALL OF FAME
Mit ihm haben wir einen großen Pionier des Mediums Hörspiel verloren. Er wird der Hörspielcommunity in ewiger Erinnerung bleiben, denn ohne ihn würde es das Hörspiel, wie wir es kennen, nicht geben.

Er hat die Hörspielwelt in ganz besonderer Weise geprägt und deswegen nehmen wir Herrn Prof. Dr. Beurmann in die Hall of Fame auf!

Ein Gedanke zu „Prof. Dr. Andreas Erich Beurmann

  1. Schade, dass ich den für Gesamtleitung Verantwortlichen nicht live erlebt habe. Als Onkel Titus Jonas schien er liebenswürdig und gerecht.

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